Schwurbeln wir nicht alle ein bisschen?


Ich bin ja für meine kontroverse oder auch aggressive Art zu Bloggen bekannt, vielleicht auch berüchtigt. Meine direkte und offene Art und Weise hat mir in den letzen beiden Jahren eine ordentliche Anzahl von Gegnern und auch Feinden eingebracht. Man kann schon von Feinden reden, wobei das aus meiner Sicht keine Feinde sind, aber bestimmte Leute haben einfach einen wahren Hass auf mich und leben diesen auch ganz offen aus, meist auf eine primitive Art, aber das sind dann ganz arme Würstchen aus Sossenheim, die eigentlich Mitleid verdienen. Es sei allen, ob „Telegehirnkritikern“, „Telegehirngegnern“ oder „Telegehirnfeinden“, gegönnt, denn ich teile ja auch jede Menge aus und kann daher schon ganz gut einstecken, auch wenn manche „Kritik“ schlicht und einfach auf Hetze gegen mich als Mensch hinausläuft. Auf der anderen Seite hat man auch mit vielen Leuten Bekanntschaft gemacht, die mehr als in Ordnung sind, was die Unannehmlichkeiten mehr als ausgleicht.

Dann gibt es noch eine dritte Gruppe. Die mochten mich, aus welchen Gründen auch immer, früher einmal und irgendwann konnten die mich nicht mehr leiden. So ein Fall ist auch der Blogger mit dem Pseudonym „MomoRules“. Er nahm mich damals sogar in seine Blogroll auf, weil ich einmal einen „Verteidigungsartikel“ über den „braunen Mob“ schrieb und auch ansonsten schien ihm mein Geschreibsel wohl sympathisch, weil ich den fahnenschwingenden Wahnsinn während der WM im letzten Jahr ablehnte. Bis zu dem Tag, an dem ich einen Artikel über den Diktator Assad schrieb, der ihm anscheinend nicht gefiel und vielleicht haben ihm auch seine neuen Freunde aus der neo-linken Szene mal erklärt, daß ich eigentlich ein ganz schlimmer Blogger und Mensch wäre und so kam der Tag, an dem er mich leise, still und heimlich von seiner Blogroll strich. Was für mich natürlich eine unendlich große Tragödie war, die ich bis zum heutigen Tag nicht verkraftet habe. Sein Verhalten damals war schon irgendwie anrüchig, aber manch einer kann eben nicht anders. Es sei auch ihm gegönnt, obwohl er mir öfter etwas empfindlich erscheint und man daher das Gefühl hat, man müsste ihn in Watte packen, um ihn zu schonen. Aber leider fällt es mir irgendwie schwer. Ich muss die Vorgeschichte beschreiben, damit man die Hintergründe versteht.

Aufmerksame LeserInnen werden es schon mal bemerkt haben: MomoRules und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Oft merke ich an: er würde schwurbeln. Wobei man ja auch anmerken muss: er schreibt oft Texte, die keine wirkliche Aussage haben und für solche Nicht-Aussagen braucht er unendlich viele Schachtelsätze. Nichts gegen Schachtelsätze, die auch ich gerne verwende, aber er übertreibt es oft maßlos, was ihm gegönnt sei. Dazu kommen dann die unendlich vielen Zitate, meist toter Menschen, bei denen man das Gefühl bekommt, daß sich jemand, in Ermangelung einer eigenen Meinung, hinter denen von anderen Menschen versteckt, die sich, da schon länger verstorben, nicht mehr wehren können und auch zu aktuellen Entwicklungen nichts mehr sagen können. Das hat natürlich jede Menge Vorteile. Aber zurück zum schwurbeln. Als MomoRules sich damals von mir distanzierte, las ich bei ihm, er würde sich maßlos ärgern, wenn ihm jemand vorhalten würde zu schwurbeln. Das war natürlich eine endgeile Vorlage, die ich natürlich liebend gerne annahm und so bekommt er halt öfter mal eine Blutgrätsche verpasst. Das könnte man gesunde Härte nennen. Wie auch immer.

Nun muss ich bei ihm lesen:

Wer jetzt „Schwurbeln!“ schreit, ist ein SA-Mann im Geiste. Wenn ich „schwurbeln“ lese, habe ich immer die SS oder SA-Männer vor dem geistigen Auge, die Mühsam die Zähne ausgeschlugen und ihm dann auf dem Clo aufknüpften.

Das passt ja nahtlos zu dem, was ich gestern schrieb. Das hier Erich Mühsam auf so schändliche Weise instrumentalisiert, ja vergewaltigt wird, wie es in der DDR schon einmal mit ihm geschah, obwohl man seine Frau Zensl in der UdSSR einsperrte und auch in der Zone schäbig behandelte, nur um sich gegen polemische Kritik zu wehren und damit die polemischen Kritiker in eine faschistische Ecke stellt und somit zum rechtlosen Freiwild erklärt, nehme ich MomoRules ganz persönlich übel, denn, auch wenn ich nicht namentlich erwähnt werde, fühle ich mich doch angesprochen und angegriffen. Ich wiederhole mich gerne: wer so leichtfertig und dümmlich mit der Faschismuskeule um sich schlägt, verharmlost einerseits die faschistischen Untaten und diffamiert andererseits Kritiker aus rein persönlichen Gründen, weil dieses elitäre Sensibelchen eben nur mächtig austeilen und fast kaum was einstecken kann. Dazu interpretiert er allzu oft Dinge in Äußerungen anderer hinein. Wie man im Kommentarbereich dann lesen kann:

Die, die ich meinte, sagen aber „Schwurbeln“ und meinen was anderes.

Hach…Ist es nicht toll, wie er weiß, was andere so meinen? Er könnte glatt als Hellseher arbeiten. Leider verrät der König der Philosophen uns nicht, was er eigentlich glaubt, was die anderen meinen. Ich verwende schwurbeln alleine deshalb, weil ich weiß: er fühlt sich dadurch getroffen. Es mag zwar nicht die ganz nette Art sein, aber irgendwie hat er es schon mal verdient und auch, wenn ich nicht persönlich betroffen bin, fand ich sein Verhalten gegenüber Statler einfach nur lächerlich, peinlich, kleingeistig und ideologisch motiviert.

In meinem Handbuch „Blog War für Fortgeschrittene“ steht zwar, man solle, wenn es geht, keine Namen nennen und nur mehrdeutige Anspielungen verwenden, da der „Gegner“ sich dadurch am meisten getroffen fühlt, aber hier musste ich einmal Ross und Reiter nennen, um die Sache klarzustellen, denn es könnte ja gut sein, daß man sich auch nur deshalb behakelt, weil gewisse Missverständnisse bestehen, die man eigentlich leicht ausräumen könnte.

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3 Antworten

  1. sag mal, dieser typ vom parteibuch… was ist denn das für ein häßliches würstchen? das ist ja langsam nicht mehr auszuhalten. wenn das weiter so geht, werde ich nie mehr ein auge ins internet werfen. es wimmelt nur so von nachtschattengewächsen wie diesem kübel (oder külbel) oder diesem peinlichen zwerg vom parteibuch.

  2. „Schwurbler-Kritik ist tatsächlich strukturell antisemitisch, weil eben das Geißeln der fröhlichen Debattenkultur und das Textauslegungs-Disputieren der jüdischen Tradition eine Quelle der westlichen Intellektuellenfeindlichkeit ist, denen dann die eisernen und kreuzernen Gesetze der Hüter ewiger Wahrheiten um die Ohren gehauen wurde – mit bekannten Folgen. Ganz päpstlich.“

    Solche Äußerungen finde ich wirklich unter aller Kanone. Warum er dich nun nicht gleich Goebbels nennt, bleibt sein Geheimniss. Ich finde das wirklich unglaublich. Für wen hält der sich?

  3. Für einen Philosophen. Die dürfen, leider oder zum Glück, alles. Mag es noch so schwachsinnig, träumerisch oder genial sein. Dabei kommt es halt immer auch auf die Perspektive an.

    Bartels und Külbel ergänzen sich ganz gut und man sollte solchen Typen nicht das (virtuelle) Feld überlassen.

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