„Ausdrücklich kein Gruß“ aus dem Elfenbeinturm


In dieser Woche wurde mir eine besondere Ehre zuteil. Ich wurde faktisch geadelt und zwar nicht von irgendwem, sondern vom Philosophenkönig aus dem Elfenbeinturm. Als ich am 20. Oktober diese Erpresser Mail aus Frankfurt erhielt

Klein,
ich schlag‘ dir einen Deal vor: Du hörst auf zu behaupten, ich hätte was mit Drogen zu tun und lässt mich in Ruhe. Im Gegenzug rede ich nicht mehr über Deine Blamage mit MR und lege Dir nahe, die Äußerungen meinerseits dahingehend zu löschen.

Gruß.

PS: Bisher bist Du klug genug gewesen, nicht meinen vollen Namen zu nennen. Anders als bei A.H. von den A-Bürokraten hätte ich bei dir keinerlei Skrupel. Du verstehst? 🙂 Zumal ich Deinen Namen auf meinem Blögchen nirgendwo nenne.

überwand ich doch alle meine bestehenden Vorbehalte und schrieb, auch den klugen Ratschlägen aus dem Generalstab der BHG folgend, den Philosophenkönig am 31. Oktober an, um doch mal zu erfahren, ob er wirklich dem Frankfurter Würstchen etwas Unwahres erzählt hätte. Es fiel mir wirklich nicht leicht, aber dann war meine Neugier doch stärker als meine Abscheu. Der Philosophenkönig aus dem Elfenbeimturm merkt im Post Skriptum seiner Antwort an „Für diese mail gilt das Urheberecht“. Das ist zwar aus rechtlicher Sicht etwas merkwürdig und vielleicht vergleicht er sich auch mit Günter Grass, dem ehemaligen Mitglied der Waffen-SS und Literaturnobelpreisträger 1999, der für zwei seiner Briefe an den damaligen Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller aus den Jahren 1969 und 1970 das Urheberrecht für sich in Anspruch nahm und erfolgreich gegen eine Veröffentlichung klagte. Ich werde die Mail hier natürlich nicht im Stück veröffentlichen, sondern mir das Beste heraus suchen und ausgewählte Zitate in mein „Werk“ einbinden und nutze so die Möglichkeiten des Zitatrechts, das im Urheberrecht verankert ist. Natürlich könnte man auch den § 50 ziehen, wie es medien-gerecht.de im Falle Grass anrät, doch ich will dem elitären Gehabe eines Hamburger Schnösels nicht noch mehr Vortrieb ermöglichen. Deshalb bin ich auch sehr dankbar dafür, daß es diesen Hinweis auf das Urheberrecht gab, ermöglicht er es mir doch hier ganz unbesorgt aus der Mail zu zitieren.

Anscheinend haben MR und ich doch noch ein paar Sachen gemein, denn für ihn gehöre ich „zu jenen, bei denen [seine] Kommunikationsbereitschaft im Minus-Bereich angesiedelt ist“ und ich kann nur sagen: Das beruht auf Gegenseitigkeit. Deshalb schrieb ich ihm auch erst so spät und holte mir eben nicht vor der Veröffentlichung demütigst seine hochheilige Stellungnahme zu der Causa jolly rogers ein. Wenigstens konnte er „dieses eine Mal“ seine elitäre Haltung überwinden und stellte klar, daß er „keinerlei persönlichen Kontakt zu JR (abgesehen von 2,3 mails vor Ewigkeiten, in denen er mich bat, ehemalige Pseudonyme von ihm zu löschen)“ hatte und er „auch niemandem irgendein Floh in’s Ohr gesetzt“ hätte. Denn das war meine Annahme, die durch seine Passivität und sein Schweigen noch bestätigt wurde. Wo doch MR sonst zu jedem virtuellen Furz ein inhaltliches Nichts ablässt.

Er „empfinde es als Unverschämtheit„, daß ich mich erdreiste, „irgendwelche Spekulationen über [ihn] (bzw. [sein] Pseudonym) in die Blog-Welt zu setzen“ und er fragt sich: „Vielleicht wäre ja der Weg einer mail vor Verfassen irgendwelcher Blog-Einträge doch der angemessenere gewesen.“ Gute Frage, aber da kommt eben wieder meine Kommunikationsbreitschaft ins Spiel, die ja bei MR im Minusbereich angesiedelt ist. So versteht er auch nicht, wieso ich „solch einen offenkundigen Unfug wie den von Jolly nicht einfach“ lösche. Wahrscheinlich deshalb, weil der Unfug sonst an andere Stelle wieder auftaucht und so kann ich den Lügenbrand gleich an Ort und Stelle bekämpfen und eindämmen. „Stattdessen“ würde ich „noch irgendwelche Kampagnen aufbauend auf Dünnsinn“ starten und „so das Ganze noch“ hochkochen „und falsche Darstellungen wie jene von Jolly auf großer Bühne“ weiterverbreiten. Jetzt fühle ich mich natürlich wieder etwas geschmeichelt, wie damals als MR mich wegen meines virtuellen Gegenschlags gegen Kewil erst wohlwollend lobte und dann verlinkte. Telegehirn eine große Bühne. Danke, MR! Jetzt werde ich wieder das ganze Wochenende „ich, ich, ich“ rufen.

Dann kommt MR endlich zum Kern der Sache und liefert genau jene Klarstellung zu den Verleumdungen und Lügen seitens von Andreas G. aus Frankfurt, die schon lange überfällig war:

Wie Jolly auf derartige Aussagen kommt ist mir schon deshalb ein Rätsel, weil ich in keiner meiner aktuellen Funktionen irgendwas mit Examensarbeiten zu tun hätte und auch sonst überhaupt keinen Grund hätte, einen derartigen Quatsch zu verbreiten.

Dann bittet er noch sehr darum, ihn aus „Auseinandersetzungen rauszuhalten, die […] eh nicht [sein] Stil“ wären und „ansonsten“ möchte MR „die Ignoranz dessen„, was ich so von mir gebe „fortsetzen„, da „alles andere […] eh keinen Sinn“ mache und bitte mich dann auch ihn zu ignorieren, was mir ehrlich nicht immer einfach fällt und ich lasse mir auch nicht vorschreiben über was oder wen ich schreibe. Scheint da nicht schon wieder eine gewisse Form von Totalitarismus durch? Erst will er Löschungen von Kommentaren Dritter anregen, die hauptsächlich meine Person betreffen und ist dann unfähig seine vermeintliche und von Seiten Dritter behauptete Beiteiligung, an möglicherweise strafrechtlich relevanten Tatsachenbehauptungen, mit einer simplen Mail zu dementieren und dann fordert er mich dazu auf, die Schere im Kopf zu benutzen, wenn es um Äusserungen, Meinungen und Stellungnahmen, seien sie auch noch so verworren, seiner Person geht. Wo er doch jede Menge dummes und gefährliches, sowie oft inhaltsloses Geschwurbel verfasst und auch schon mal aus den „eigenen Reihen“ massiv Widerspruch erntet. Nein! Die Freiheit auf so etwas zu reagieren oder eben nicht zu reagieren, lasse ich mir nicht nehmen. Das liegt in meiner alleinigen Entscheidungskompetenz.

Am Ende schreibt MR:

Ausdrücklich kein Gruß,

MomoRulez

PS: Für diese mail gilt das Urheberecht.

Man beachte das z am Ende. Ist er nicht ein cooler Typ?

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3 Antworten

  1. Ist “ Ich kenn deinen Namen und sags gleich“, die blogsche Entsprechung zu “ Ich hol meinen großen Bruder“ ?

  2. Ja, ja, ja. Das scheint wohl so zu sein. Leider.

  3. 🙂 ich hab 2 große brüder und ne große schwester !

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