Godfather of Blogistan: Der Spiegelfechter


Der Krieg in Georgien hat es einmal mehr bewiesen: die deutschen Mainstreammedien berichten total einseitig. In diesem Fall ergriffen die Massenmedien Partei für Georgien und betrieben antirussische Propaganda. Zum Glück gibt es da einige aufrechte, ehrliche und vollkommen objektive Blogger, die die Fahne der fairen Berichterstattung hochhalten. Ein Leuchtturm der Objektivität ist der Blogger Jens Berger aus Goslar, der den Blog “Der Spiegelfechter” betreibt.

Jens Berger ist “Öffentlichkeitsarbeiter für einen kommunalen Versorger, wo er von 9.00 bis 17.00 Uhr” arbeitet und dort sicherlich allerlei Erfahrungen in Sachen objektiver Pressearbeit sammeln darf. Diese beruflich gewonnene Objektivität steigert sich im Blog “Der Spiegelfechter” in die Überobjektivität. Mehr ist wirklich nicht drin und da die Massenmedien ein gravierendes Objektivitätsdefizit ihr Eigen nennen, kommt Jens Berger zum Zuge, denn “während die subalternen Journalisten ihre Arbeit recht ordentlich machen, versagen allerdings die namenhaften Alpha-Journalisten in ihren Kommentaren auf ganzer Linie. Vor allem Meldungen aus georgischen Militär- und Regierungskreisen werden von ihnen gerne als Tatsachenbehauptungen eingestreut – kein Konjunktiv, keine Quellangabe, keine Glaubwürdigkeit.” [1]

Das schreckliche Versagen und die Verdrehungen der Alpha-Journalisten würden wohl im Dunklen bleiben, wenn es da nicht so wackere Blogger wie Berger geben würde, die diesen unglaublichen Medienskandal ans Licht der ansonsten desinformiert bleibenden Öffentlichkeit zerren würden. Wie können es diese arroganten Alpha-Journalisten wagen einfach so subjektive “Kommentare” zu verfassen. Wo bleibt denn da die Objektivität? Beim Spiegelfechter hingegen gibt es das alles nicht. Dort findet man Glaubwürdigkeit in ihrer reinsten Form, jede Menge Konjunktiv und massig “Quellangaben”.

Alpha-Journalisten wie Michael Stürmer verfassen, laut Berger, Artikel, für die “nurmehr das Wort „Propaganda“ angebracht” [1] ist. “Medien sind der Neutralität verpflichtet”[1], wie Berger aus eigener Erfahrung als Öffentlichkeitsarbeiter und vor allem als Blogger weiß, denn “wenn Medien einseitig informieren und in ihrer Schlagzeilen- und Bildauswahl deutlich Stellung beziehen und bei ihren Lesern und Zuschauern so falsche Schlussfolgerungen provozieren, ist dies manipulativ.” [1] Diesen Vorwurf kann man dem Spiegelfechter natürlich nicht machen, denn er berichtet nicht einseitig und in seiner Schlagzeilen– und Bildauswahl bezieht der Spiegelfechter natürlich nicht deutlich Stellung.

Man kann ja vieles gegen Roland Koch sagen, aber ihn in einer Fotomontage in eine SS-Uniform zu stecken ist nicht nur geschmacklos, sondern eine perfide Verharmlosung der Verbrechen der SS. Geschmacklosigkeit und Perfidität sind beim Spiegelfechter aber Programm und Objektivität, die er von den Massenmedien doch stets mit gespielter Moralität einfordert, sucht man bei Jens Berger vergeblich. Das zieht sich durch alle seine Artikel. Der Mann schreibt nicht umsonst für Telepolis, dem Zentralorgan für Objektivität und Neutralität.

Darf man ihn einen Heuchler nennen, weil er genau das macht, was er den Massenmedien, insbesondere dem Spiegel, vorwirft? Wahrscheinlich schon. Aber sein Stil, eine Mischung zwischen antiwestlicher Hetze und linksnationalistischer Propaganda kommt bei vielen seiner Groupies an und so wird Berger eisern gegen alle Kritik verteidigt, was mich irgendwie an PI und deren Jünger erinnert. Machen wir uns nichts vor: Blogger geben immer nur ihre subjektive Meinung wieder und es gibt keine Blogs, bei denen ausschließlich objektive Tatsachenberichte wiedergegeben werden. Das trifft vielleicht im Ansatz auf einige Nachrichtenagenturen zu, aber bei allen anderen (Massenmedien) geht es natürlich immer subjektiv zu. Ob nun die Autoren ihre persönliche Meinung mit einfließen lassen oder ob die Redaktion oder die Eigentümer eine Linie vorgeben: niemals wird ein Medium in steriler Eintönigkeit nur reine Objektivität präsentieren. So etwas überhaupt einzufordern, ist sehr naiv oder man versucht durch das ständige Anprangern vorhandener Subjektivität seine eigene Weste rein zu waschen. Was wohl auf den Spiegelfechter Jens Berger zutreffen könnte.

Dabei habe ich selten einen Blog gelesen, der so subjektiv und einseitig ist, wie der Spiegelfechter. Das ist auch vollkommen OK, auch wenn ich dem meisten Inhalt massiv widerspreche. Dazu sind Blogs da. Das ist überhaupt ihre einzige Existenzberechtigung, denn Blogs sind mitnichten ein Gegengewicht zu den etablierten Medien. Nein, denn sie sind eine ganz neue Medienform. Weder müssen sich die etablierten Massenmedien den Bloggern annähern, noch umgekehrt. Sicherlich wird es Mischformen geben, wo beides verschmilzt und das gibt ja schon heute, aber letztendlich wird sich das Verhältnis zwischen Massenmedien und Blogs irgendwann einpendeln. Wie und in welcher Form vermag heute noch niemand zu sagen, aber es ist nicht besonders vermessen, wenn man sagt, dass Blogs so etwas wie die fünfte Gewalt werden könnten. Im Gegensatz zu den Massenmedien, von denen es nur eine Handvoll gibt und somit keine allzu große Vielfalt anbieten, ist die Zersplitterung in Hunderte, ja Tausende Blogs kein Nachteil, sondern ein Vorteil, denn er bietet den Lesern genau das wonach er sucht. Für den typischen Deutschen, der hesperophob und kleinbürgerlich ist, bietet eben der Spiegelfechter genau die richtige Melange an.

Der Spiegelfechter versteht es sehr gut seine Propaganda als objektive und kritische Berichterstattung zu verkaufen. Dafür erst einmal ein Kompliment. Bei ihm stimmt das typisch deutsche Verhältnis zwischen Verführer und Verführten. Wie der ausgewiesene Iranexperte Berger den iranischen Präsidenten von jeglichem Antisemitismusvorwurf reinwäscht und ihn als “linken Islamisten” [2] darstellt und Verständnis für das Atomwaffenprogramm des Irans aufbringt, denn “seinen Wunsch sich über kurz oder lang nuklear zu bewaffnen um solchen Bedrohungen entgegenzutreten, kann man ebenfalls verstehen” [3], ist schon eine propagandistische Meisterleistung. Erzschurken wie Ahmadinedschad liegen Jens Berger ganz besonders am Herzen und um jegliches Odem des Antisemitismus von sich zu weisen, versteckt er sich hinter jüdischen Selbsthassern wie Norman Finkelstein, der ja auch “die Tatsache kritisiert, dass aus dem Holocaust ein Kult oder gar eine neue Religion gemacht worden ist.” [4] Eine Informationsplattform wie MEMRI kann ja nur dem Reich des Bösen angehören, denn “MEMRI wurde von einem ehemaligen israelischen Geheimdienstoffizier gegründet und ist eigentlich eher für Analysen bekannt, die israelischen und amerikanischen Falken in die Hände spielen.” [4] Dazu verlinkt Jens Berger drei Mal die als antisemitische Hetzseite bekannte “Arbeiterfotografie” von Erhard Arendt, die natürlich für ihre Objektivität und Neutralität im Sinne des Spiegelfechters bekannt ist. Wie schrieb Jens Berger am Ende seines Artikels: “Solch politisch motivierter Spin ist nicht ungewöhnlich in westlichen Mainstreammedien.” [4] Da unterlief dem armen Berger wohl ein Schreibfehler und es sollte hesperophobe Blogger heißen.

Auch für die lupenreine Demokratie Russland hat Jens Berger anscheinend ein besonderes Faible und auch für den ehemaligen Bundeskanzler Schröder, gegen den angeblich “eine Medienkampagne”[5] gefahren wird und natürlich lügt “die TAZ“, wenn sie “die Titelseite mit dem markigen Spruch “Leichen pflastern Putins Weg” betiteln kann ohne diese Behauptung auch nur ansatzweise belegen zu können.”[5] Grosny 2000? Egal, alles antirussische Propaganda. Aber das ficht unseren objektiven und neutralen Spiegelfechter nicht an. Wer erinnert sich nicht an den “Cornwall-Zwischenfall”, bei dem der Spiegelfechter propagandistischen Schiffbruch[6,7,8,9,10,11] erlitt als er die Quarantäne der neutralen Ecke verlies und den armen, bedrohten und friedlichen Iranern zur Seite stand? Die westliche Welt und ihre freiheitlichen Werte sind dem Spiegelfechter offensichtlich suspekt, ganz im Gegensatz zu vorbildlichen Ländern wie dem Iran, China oder Russland. So ist auch nur logisch, wenn der Spiegelfechter Jens Berger in “der LINKEN […] eine löbliche Kraft [sieht] die eine Initialzündung auslösen könnte.“

Der Spiegelfechter ist ein famoser Experte auf fast allen Gebieten. Ob Innen- oder Außenpolitik: Er hat immer den ultimativen Durchblick. So hat er offensichtlich eine Abneigung gegen Israel, wie wir oben schon sehen konnten und so verwundert es auch nicht, wenn er über den amerikanischen Vorwahlkampf schreibt: “Von allen übergebliebenen Kandidaten ist Obama jedoch derjenige, der den jüdischen Lobbyorganisationen am entferntesten ist.” [12] Ja, immer wieder diese jüdischen Lobbyorganisationen. Die sind ja auch so einflussreich und manipulieren Politik und Medien. Natürlich ist er kein Obama-Groupie: “Auf der anderen Seite kritisierte er während des israelisch-libanesischen Krieges im letzten Jahr die Hisbollah einseitig und nahm die israelische Regierung in Schutz. Bei der Begründung verwies sein Büro auf einen Artikel eines rechtsgerichteten israelischen Think-Tanks, der die Lüge von Zivilisten, die als Schutzschild missbraucht werden, erfand.”[12] Wie kann es Obama auch wagen eine faschistische Organisation wie die Hisbollah zu kritisieren und dann auch noch die israelische Regierung gegen einen Aggressor, der vom Iran bewaffnet und finanziert wird, in Schutz zu nehmen? Und natürlich kämpft die Hisbollah vollkommen ehrenhaft und würde sich nie hinter Zivilisten verstecken. Alles Lügen der jüdischen Lobby. Der Spiegelfechter gehört wohl auch zu jenen Deutschen, die den Juden die Shoa immer noch nicht verziehen haben. Für ihn ist ein guter Jude, nur einer wie Norman Finkelstein, der gegen Israel hetzt und jedem Islamofaschisten willig einen bläst.

Eine solche Haltung des Spiegelfechters ist nicht besonders verwunderlich, denn wer antisemitische Vorkämpfer wie Marcel Bartels verlinkt, der will deutlich machen wo er steht. Ich könnte jetzt noch dutzende Beispiele aus der virtuellen Feder des Spiegelfechters hier präsentieren, aber das erspare ich mir und allen Lesern und Leserinnen. Alleine schon aus Sorge um die geistige Gesundheit. Sollte jedoch noch Bedarf bestehen, dann ziehe ich den Taucheranzug wieder an und tauche ab in die deutsche Jauchegrube, die sich Spiegelfechter nennt.

Alle mit Zahlen in eckigen Klammern versehende kursive Zitate stammen aus folgenden Artikeln beim Spiegelfechter:

[1] Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit

[2] Verstehen Sie Ahmadinedschad?

[3] Verstehen Sie Teheran?

[4] Sprechen Sie Farsi? Nein? Unsere Medien auch nicht

[5] Lieber tot als rot – Die deutschen Medien entdecken ein totgeglaubtes Feindbild

[6] Offene Fragen über den Cornwall-Zwischenfall

[7] Die kreative Grenzkontrolle

[8] Blairs Schmierenstück

[9] Neuerliche Konfusion über die Koordinaten des MOD

[10] Neue Informationen über den mutmaßlichen Auslöser der Cornwall-Krise

[11] Lessons learned?

[12] Obama and beyond

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28 Antworten

  1. muahahaaa!

    ick liege in der ecke. ist der berger echt? wohl ein alter sozi mit hang zum sozialfaschismus. da biste aber richtig tief eenjetaucht inne doitsche grube voller scheiße…meine fresse, aber der berger ist halt legion.

  2. […] Godfather of Blogistan: Der Spiegelfechter « Telegehirn War Blog. Dieser Eintrag wurde von Daniel Fallenstein am Do, 14. Aug 2008 um 14:37 geschrieben, abgelegt unter Kurz notiert und getagged verlinkt. Setze ein Lesezeichen zum Permalink. Verfolge alle Kommentare zu diesem Eintrag mit dem RSS-Feed dafür. Kommentiere oder hinterlasse ein Trackback: Trackback URL. « Radfahrerschweine […]

  3. Mensch Kinchmeyer, bist du endlich wieder aus dem Urlaub zurück. Klar, ist der Jens Berger echt…Obwohl…

    Ich bin wirklich tief eingetaucht und habe mich durch 62 Seiten beim Spiegelfechter gekämpft und dadurch steigt mein Risiko einen Tumor zu kommen massiv an, aber was macht man nicht alles, wenn man im Auftrag der zionistischen Weltverschwörung des Weltfriedens unterwegs ist.

  4. Die WV dankt Dir für den fälligen RundumSchlag.
    Der Quatsch ist mir irgendwo mal vor einem Jahr aufgefallen – Gott sei Dank hatte ich ihn schnell wieder verdrängt. Doch dann gab es diese ominöse SpOn Story über Alpha-Blogger; und siehe da: Der Spiegelfechter tauchte wieder in meinem Sichtfeld auf. Doch selbst da wollte ich den Quatsch nicht anklicken. Gewundert über SpOn habe ich auch nicht mehr. Gut, dass jemand die Mühe auf sich nimmt und in den faktenverdrehenden Sumpf eintaucht.

    Und nur noch eines am Rande: Herr Berger sollte sich mal über die unterschiedlichen journalistischen Darstellungsformen informieren, bevor er sich erdreistet einen ausgewiesenen Experten wie Stürmer Subjektivität in einem KOMMENTAR vorwirft.

  5. dafür gibts Schmerzensgeld r immerhin der – laut SPON ist der Spiegelfechter immerhin einer der bedeutendsten deutschen Blogger!

  6. Der Spiegelfechter ist mir schon mehrfach übel aufgefallen, ich buchte den mal als linken Verschwörungstheoretiker, mied ihn demzufolge. (Wie auch den „Schockwellenreiter“ und andere obskure Gestalten dieses Niveaus.)
    Für eine Bearbeitung des Spiegelfechters durch Tele schien mir bisher allerdings kein Bedarf zu bestehen, der Mann schreibt doch offensichtlich Mist.

  7. der mann widert mich an. und natuerlich hat er es mit seiner pseudo-objektiven art geschafft, so moechtegernakademiker wie die spreeblick affen zu beeindrucken. mittelmass setzt sich durch!

  8. @johannes: dein kommentar zeigt eher, dass blödmass sich durchsetzt, weit unter dem niveau des spiegelfechters. ich bin auch nicht mit allen thesen und ideen des mannes einverstanden (allein die hochlobung der nato als friedensstifter im kalten krieg, ach herrjeh, tausendmal gehört in den frühen achtizgern!), beileibe nicht, aber reines niedermachen ohne irgendein gegenargument ist ärmer als jeder noch so hilflose und verquere versuch, die sicher niemals objektiv zu fassende politischen und gesellschaftlichen geschehnisse zu deuten.

  9. Reines Niedermachen ist hier sehr wohl angebracht, es genügt ein Blick in diese Lektüre um die Minder-, Mangel-, Fehl- und Minusleistungen dieses Schreibers zu erkennen, die Folge kann dann nur die angemessene Bearbeitung sein. Textegesen wie Tele sie hier ansatzweise vorgenommen, sind da fehl am Platze.
    Spreeblick ist übrigens auch ein Trauerspiel.
    Netzpolitik und Nigge fielen mir noch ein.

    Wir merken uns: So ist das deutsche Mittelmass, so wollen wir nicht sein, aber sowas muss es geben. Das sollen dann aber ruhig die anderen machen.

  10. ok super. jetzt haste versucht dich als objektiver propangandaaufseher zu profilieren.
    deine einleitung müsstest du aber umschreiben, denn unsere medien haben jeden tag die seiten gewechselt, um die desinformation zu perfektionieren und die gleichgültigkeit in der bevölkerung zu fördern. wer will schon informierte und am ende noch politisch denkende bürger? das würde ja an mündigkeit grenzen!
    es ist schwer in sachen georgien durchzublicken. aber glaub mir, die medien müssten noch viel mehr pro-georgien schreiben, wenn sie zunächst mal den fakten gerecht werden wollten. um das dann errreichte niveau in etwas zu verwandeln, was den namen anti-russische propaganda verdienen würde: das ganze hoch 3.

  11. @ Euckenserbe:

    Beängstigend was Spon manchmal so von sich gibt.

    @ Oliver Beckmann:

    Ich bin halt der Mann für die Schmutzarbeit. Mache ich das gerne? Meine morbide Seite sagt ja! Bei PI habe ich mich auch nicht geschont 😉 und warum nicht mal auf der Linken ordentlich austeilen? Mir ist der Spiegelfechter halt damals während der Cornwall-Krise das erste Mal unangenehm aufgefallen und das mit SpOn…naja. Die lesen einfach die falschen Blogs oder haben das einfach noch nicht verstanden. Das Anprangern von Subjektivität in KOMMENTAREN verstehe ich auch nicht. So blöd ist der Berger wohl hoffentlich nicht, daß er denn Unterschied nicht versteht, aber wer weiß. Wahrscheinlich ist das einfach seine Masche: Alle Subjektiv, außer Mutti. Wäre ja alles nicht so schlimm, wenn er nicht ständig die Monstranz der eigenen Objektivität vor sich hertragen würde. Das nervt total und wirkt einfach lächerlich.

    @ Dangerous Beans:

    Klar schreibt der Mist, aber viele LeserInnen liegen dem förmlich zu Füssen, was alleine schon bedenklich ist. Das hat sowas Sektenhaftes. Ich könnte auch noch ein Best of der schleimigsten Kommentare verfassen. Da ist noch mehr zu holen, als bei PI. Ich dachte beim Lesen, daß da der neue Blog-Messias erschienen sein müsste. Lustig ist es jedenfalls. Ihre Kritikfähigkeit geben jedenfalls viele am Blogeingang des Spiegelfechters ab.

    Bedarf besteht immer. Ich zitiere den Spiegelfechter auch so oft, weil ich wollte, daß er sich selbst widerspricht. Was ja wohl auch einigermaßen gelungen ist. Eine Textexegese ist sehr wohl angebracht. Mit dem Mittelmaß ist das so eine Sache. Hier würde ich eher von Massengeschmack reden. Gibt es da nicht eine gewisse Gesetzmäßigkeit? Je mehr Leser, desto wahrscheinlicher ist die Mittelmäßigkeit? BILD ist da ein gutes Beispiel. Da nehme ich mir lieber ein Beispiel an LILA und tauche bei zu hohen Leserzahlen lieber ab, als mir darauf einen zu schütteln. 😉

    @ Joahnnes:

    Ja, Spreeblick. Noch so ein Alphablogger! Ich lese da nicht oft, aber auch dort ist mir schon oft ein struktureller Antiamerikanismus aufgefallen. Etwas wirr vielleicht.

  12. @ rueckgrat:

    Wieso die Aufregung? Gibt es also eine Verschwörung zur Dummhaltung der Bevölkerung mittels Massenmedien? War mir noch nicht bekannt. Es liegt doch den Menschen selber, wo sie sich wie informieren.

  13. Irgendwie erscheint mir das wie eine Widergeburt der 70er Jahre K-Gruppen, die ich nie gekannt habe, weil dazu dann doch zu jung.
    Politisch ernstnehmen braucht man die Brüder nicht. Für mich sind das eher so vorhersehbare Pausenclowns für den denkenden Teil der arbeitenden Bevölkerung. Ist allerdings kein typisch deutsches Phänomen. Auch in UK und USA gibts Leute auf dem „Heil Rußland“ Pfad. Der potentielle Feind von Bush hat man eben gerne als Freund.
    Gefahr für labile Geister, die diesen Unsinn für irgendwie wertvoll halten? Naja, ich vermute es gibt mehr junge Leute, die Drogen oder World of Warcraft verfallen. Und schließlich waren wir auch mal jung, aber son Quatsch wie dort hab ich selbst in meinen geistig niedrigsten Zeiten als ebensolchen erkannt.

  14. dangerous beans, wir sollten freunde werden.

    wer dagegen pseudo-intellektuellen affen wie diesem offensichtlich dem dauerpeinlichen bild-suechtigen niggemeier nacheifernden besserwisser mit gegenrede auf hohem niveau zu kommen versucht, wird am fehlenden verstaendnis bzw am diffusen geplapper, in dem jedes argument zu tode geschwallt wird, untergehen.

  15. […] eigentliche Erkenntnis daraus ist aber die, dass so etwas wie neutrale Politik oder ein “objektiver Standpunkt”, auch wenn der Anschein erweckt werden soll, es gäbe ihn, ein Ding der Unmöglichkeit ist. Was […]

  16. Nigge ist ja ganz nett, aber er stösst schnell an seine natürlichen Grenzen, wie ich finde. Dazu kommt dann noch Gesoze und Erbsenzählerei, von seiner Aversion gegen Henryk M. Broder ganz zu schweigen.
    Was ich an Tele schätze ist das hohe geistige Niveau, das sich in guter alter deutscher Sacharbeit niederschlägt.
    Ich schlage Tele für den Grimme-Preis vor.

  17. Den Grimme-Preis habe ich ja schon lange verdient, aber gegen die Lobby da kommt man nicht an. 😉

    Niggemeier: naja…BILD-Blog ist ja ganz ok und hat seine Existenzberechtigung, weil die BILd wirklich viel Scheiße baut, aber sein lustiger Kreuzzug gegen die 50 Cent Anruf-Shows stößt bei mir auf etwas Unverständnis, denn wenn die Leute so blöd sind und nicht erkennen, daß sie da beschissen werden, dann muss das eben so hinnehmen. Wir wollen doch nicht jeden mut- und phantasielosen ALG-2 Empfänger an die Hand nehmen.

  18. Doch! Genau darum geht es.

    Es müssen sich wieder alle an die Hand nehmen.

    Und lustige Poesiealben über die Aktivitäten des Nachbarn anlegen. 😀

  19. […] Propaganda und ein ganz unverschämter Blogger versucht sogar, eine objektive Berichterstattung einzufordern. Objektive Berichterstattung ist Gift für jedes einfache Weltbild, soetwas fordern nur die Feinde […]

  20. Vor allem Mr. Brodaganda braucht jemanden, der ihn an die Hand nimmt, damit er nicht weiter im virtuellen Irrgarten rumstolpert. ABER: ich mache das nicht. 🙂

  21. Nee, das große Telegehirn nimmt es nur mit den großen Tieren auf, mindestens Alphablogger. 😀 Das andere Geschmeiß ist nicht würdig, hier überhaupt nur Erwähnung zu finden. 🙂

  22. Am liebsten selbsternannte Alphablogger, aber grundsätzlich kann jeder ins Visier geraten: er muss genug Bull Shit schreiben, so wie der Spiegelfechter.

    Lustig ist ja: Je mehr die Leute daran glauben, daß sie „Alphablogger“ seien, desto weniger gehen sie auf Kritik ein. War beim Don so, der sich ja wohl wahrscheinlich wirklich für den GröBaZ (Größter Blogger aller Zeiten) hält und nun auch beim Spiegelfechter. Die sind gar nicht mehr fähig zu reagieren, weil die mittlerweile in einer anderen Welt leben.

  23. […] 2, 2008 von telegehirn Die Headline ist natürlich unfug. Obwohl, nimmt den Maßstab, den “Der Spiegelfechter” bei anderen ansetzt, dann würde das schon irgendwie passen. Da hat sich Jens Berger aka. […]

  24. Um die „Fachleute“ zu zitiere:

    Im Vergleich zu ihren US-Kollegen fehlt es ihnen an Macht und Bedeutung, um die öffentliche Debatte mitzubestimmen. Die meisten sind unpolitisch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell.

    Das vernichtende „Urteil“ Die Einleitung bei SPON.

    @Tele
    Egal ob Alpha- oder Beta – Du hast ihn erlegt! Klasse! 😉

  25. Interessante Diskussion. Berger hat auf TP vor seinem famosen Bloggen eine lange
    Karriere als Forenschreiber („fool on the hill“ & „Graue Eminenz“, es lohnt, die TP-
    Suche zu benutzen, der Stil ist der Selbe, wie er ihn in seinen eigenen Foren pflegt). Zu ihm ist hier eigentlich fast alles gesagt, was es zu sagen gibt. Ähnliches habe ich ihm (erlaube mir, hier völlig anonym zu bleiben) auch schon vorgehalten: Hochnäsige Besserwisserei, antiwestlich, viel zu unkritisch gegenüber totalitären Regimes wie Iran, China, Russland. Seine dauernden Anwürfe gegen die westlichen „Mainstreammedien“ (seiner Lesart nach gibt es nur Mainstreammedien) sind lächerlich. Eine Fundstelle aus Bergers Blog sei hier noch angemerkt. Sie zeigt Bergers Einstellung gegen Israel sehr schön auf:

    „Der „Friedensprozess“ in Nahost ist in einer aussichtlosen Situation – Israel führt offen Krieg gegen die Hamas, die in einer freien und fairen Wahl von den Palästinensern als Vertreterin ihrer Interessen legitimiert wurde. Im Gegenzug will Hamas Israel vernichten“ aus: http://www.spiegelfechter.com/wordpress/334/nichts-neues-in-nahost

    Es will nicht etwa die Hamas Israel vernichten (wie es immer noch in der Charta der Hamas steht), sondern es ist eben umgekehrt, nach Lesart Bergers.

  26. Danke für den Hinweis!

    Jens Berger hält ja wohl nur die „Junge Welt“ für ein freies und wahres Medium. Leider hat Jens Berger seine Stellungnahme zur Streichung des Antisemiten Marcel Bartels aus seiner Blogroll gelöscht.

  27. Netter gestammelter Unsinn am Rande der Verleugnung. Der Spiegelfechter behauptet in jedem dritten Kommentar hemmungslos subjektiv zu sein und vergisst dabei nicht zu erwähnen, dass dies sein gutes Recht sei. Er ist sein Blogger, kein Journalist. Nicht nur die Maßstäbe sind da andere, auch die Verpflichtung. Tut mir Leid, deine Kritik ist nicht nur substanzlos, sondern auch falsch. Zumindest die Zitate die ich wiedererkannt habe, hast du sinnlos aus dem Zusammenhang gerissen und teilweise in ihr Gegenteil verkehrt.

    Woher du deine Informationen über Ahmedineschad beziehst kann ich nur raten, des persischen bist du aber offensichtlich nicht mächtig. Die (absichtlichen?) Fehlleistungen westlicher Übersetzer sind dir offensichtlich ins Blut übergegangen. Ahmedineschad ist weder ein angenehmer Politiker noch ein Waisenknabe, die Inkarnation des Teufels ist er aber auch nicht.
    Allein die Verwendung des Wortes Islamofaschisten im von dir genutzten Zusammenhang beweist, in welche Ecke man deine Artikel stellen darf …

  28. Woher ich meine Informationen bekomme? Kannst du dir doch denken! Vom CIA und vom Mossad.

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